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Die Landwirtschaftskammer

Eine Landwirtschaftskammer ist eine Körperschaft mit öffentlich-rechtlichem Charakter. Sie vertritt ihre Mitglieder in allen Belangen, die sich rund um Land- und Forstwirtschaft sowie ländliche Nutztierhaltung und Jagd bewegen. Nicht jedes deutsche Bundesland verfügt über eine eigene Landwirtschaftskammer, in den südlichen und östlichen Bundesländern werden die Aufgaben von Landwirtschaftsämtern wahrgenommen.

Geschichte der Landwirtschaftskammern

Landwirtschaftskammern gab es in Deutschland bereits seit 1894, die erste wurde in Bremen als Folge eines starken Preisverfalls von Agrarprodukten am Markt gegründet. Weitere folgten in allen preußischen Provinzen, bis 1927 alle deutschen Länder über eine eigene Landwirtschaftskammer verfügten. Ziel war es, die heimische Landwirtschaft zu unterstützen und dem Preisverfall vorzubeugen. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden alle Kammern gleichgeschaltet und in den sogenannten „Reichsnährstand“ eingegliedert. Nach dem Krieg wurden in den nördlichen und westlichen Bundesländern wie Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen neue Landwirtschaftskammern eingerichtet. In den südlichen Bundesländern wurden die Aufgaben von einer staatlichen Agrarverwaltung übernommen.

Aufgaben der Landwirtschaftskammer

Die Aufgaben einer Landwirtschaftskammer sind gesetzlich vorgegeben und sehr vielfältig. Neben der Beratung und Betreuung ihrer Mitglieder in allen Fragen zu Land- und Forstwirtschaft, Tierhaltung und Fischwirtschaft, ist ein wichtiger Bereich die Ausbildung, Qualifizierung und Weiterbildung der Berufsstände. Hierzu führt sie spezielle Schulungen und Kurse durch. Sie informiert in Vorträgen oder durch Publikationen über neue Entwicklungen im Pflanzen- und Tierschutz und berät auch vor Ort alle landwirtschaftlichen Betriebe bei wirtschaftlichen und technischen Problemen. In Arbeitskreisen bietet sie ihren Mitgliedern die Möglichkeit, sich mit Kollegen auszutauschen und Erfahrungen weiterzugeben. Ein großes Anliegen ist die Förderung des Natur- und Umweltschutzes durch nachhaltige Forst- und Landwirtschaft. Die Finanzierung erfolgt durch Mitgliedsbeiträge, staatliche Mittel und die Einnahmen aus Dienstleistungen.

Mitglieder der Landwirtschaftskammer

Mitglied einer Landwirtschaftskammer kann jeder Bundesbürger werden, der einen der sogenannten „grünen“ Berufe ausübt. Zu diesen Berufsgruppen gehören zum Beispiel Bauern, Winzer, Gärtner, Tierwirte, Forstwirte, Jäger, Imker, Fischer und Mitarbeiter im Agrarservice. Auch Brenner von Alkoholika sowie veterinärmedizinische Laboranten können einer Landwirtschaftskammer beitreten.

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